Das Lexicon Iconographicum Mythologiae Classicae (LIMC)
Bereits in den Jahren 1969/1970 unternahm Frau Prof. Lilly KAHIL† (Paris/Fribourg) Schritte, um ein Lexikon zu schaffen, in dem die Bilderwelt der antiken Mythologie erstmals vollständig vorgestellt werden sollte. Auf ihre Veranlassung hin organisierte das Centre National de la Recherche Scientifique im Dezember 1971 eine Table ronde, an der sich einige Forscher verschiedener Länder zusammenfanden, die an ikonographischen Problemen besonders interessiert waren. Hervorragende Persönlichkeiten unterstützten das Projekt von Anfang an. Schon 1972 war der Weg bereitet und die Mitarbeit mehrerer Akademien, Forschungszentren und Forschungsfonds, darunter der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung, zugesichert. Am 24. November 1972 wurde die - seit 1983 in Basel ansässige - Stiftung für das LIMC in Genf gegründet.
Wissenschaftler mehrerer Länder hatten das Präsidentenamt turnusmässig inne: die Prof. Olivier REVERDIN†, Schweiz (1973-1981), Nikolaos YALOURIS, Griechenland (1981-1985), Jean POUILLOUX†, Frankreich (1985-1989), Pierre GRIMAL†, Frankreich (1989), Jean LECLANT, Frankreich (1990), Giovannangelo CAMPOREALE, Italien (1991-1995), Vassilis LAMBRINOUDAKIS, Griechenland (1995-2006) und gegenwärtig Richard G. A. BUXTON, Grossbritannien. Von der Gründung an leitete Frau Prof. Lilly KAHIL† als Generalsekretärin die Organisation, worauf sie zur Ehrengeneralsekretärin ernannt wurde; ihre Nachfolger sind Prof. Jean Ch. BALTY (Paris/Brüssel) (Juni 1997-2005) und seit August 2005 Prof. Antoine HERMARY (Aix-en-Provence). Das Schatzmeisteramt lag bis 1999 in den Händen von Prof. Herbert A. CAHN† (Basel), der anschliessend zum Ehrenschatzmeister ernannt wurde. Neuer Schatzmeister wurde im gleichen Jahr Prof. Peter BLOME (Basel) ernannt.
Die wissenschaftliche Arbeit steht unter der Leitung eines Redaktionskomitees, das gegenwärtig aus zehn Mitgliedern besteht: Prof. Jean Ch. BALTY (seit 1982), Sir John BOARDMAN (seit 1973), Richard G. A. BUXTON (seit 2003), Giovannangelo CAMPOREALE (seit 1997), Fulvio CANCIANI (seit 1975), Antoine HERMARY (seit 2005), Tonio HÖLSCHER (seit 1997), Vassilis LAMBRINOUDAKIS (seit 1980), John SCHEID (seit 2006), Erika SIMON (seit 1973); frühere Mitglieder waren: Ernst BERGER† (1985-1997), Philippe BRUNEAU† (1973-2001), Fritz GRAF (1997-2005), Lilly KAHIL† (1973-1997), Nikolaos KONTOLEON† (1974-1975), Nikolaos YALOURIS (1976-1979).
Dokumentationszentren, in denen die Informationen gesammelt werden, wurden in zahlreichen Ländern geschaffen. Die Zentralredaktion wurde 1973 in Basel eingerichtet. Angegliederte Redaktionen befinden sich in Athen, Paris, Heidelberg und Würzburg. Insgesamt sind 33 Länder an der wissenschaftlichen Arbeit beteiligt.
Entsprechend international sind auch die Anerkennungen: zum Beispiel die Ernennung der Stiftung für das LIMC zur “Nicht-Regierungsorganisation (NRO)” der UNESCO im Jahr 1989 und die Verleihung von Preisen durch die Académie des Inscriptions et Belles-Lettres des Institut de France in Paris (1985 und 1988) und die Fondation Prince Louis de Polignac (1998).
Ein Unternehmen dieses Umfangs konnte nur durch eine über lange Jahre abgesicherte Finanzierung durchgeführt werden; alle Mitgliedsländer des Stiftungsrates haben dazu beigetragen und entscheidende Beiträge kamen vom J. Paul Getty Trust (Los Angeles), seit 1984 Partner der Stiftung für das LIMC. Das J. Paul Getty Museum (Los Angeles) ist Herausgeber der 5 Bände und der Indices des Thesaurus Cultus et Rituum Antiquorum (ThesCRA) (2004-2006). Neuerdings hat auch das Griechische Ministerium für Kultur die Stiftung finanziell unterstützt. Diesem Finanzpool haben sich ebenfalls viele Akademien und Forschungszentren, Stiftungen, Wirtschaftsunternehmen und Privatförderer angeschlossen.